Gefunden im Internet - auch in Österreich ist die flächendeckene Überprüfung ein ERFOLG für den Brandschutz

27. März 2002
 
Rauchfangkehrer berät in Sachen effiziente Energienutzung
Mehr Sicherheit, weniger Kosten und weniger Emissionen
 
Bundes- und Landesinnungsmeister Herbert Mayer:
Arbeit des Rauchfangkehrers bringt mehr Sicherheit
 
Eine Vergleichsstudie der TU Wien über die letzten 10 Jahre ergab, dass es in Österreich jährlich 6,9 Brandtote je eine Million Einwohner gibt und Brände Schäden im Ausmaß von 0,16 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verursachen, so der Bundesinnungsmeister der Rauchfangkehrer, Herbert Mayer.. Bei den Brandtoten sind Finnland mit 23,5, England (20,8), Schweden (20,4), Dänemark (20,3) und Frankreich (19) deutlich schlechter als Österreich - lediglich die Schweiz rangiert mit 6,1 Brandtoten je eine Million Einwohner vor Österreich. Bei den Brandschäden liegen Belgien (0,45 Prozent des BIP), Nor wegen (0,34 Prozent), Frankreich (0,26 Prozent), Schweiz (0,25 Prozent), Schweden (0,21 Prozent) und Deutschland (0,19 Prozent) deutlich vor Österreich.

 
Regelmäßige Überprüfungen verhindern Schäden
Bemerkenswert an diesem Vergleich ist, dass in jenen Ländern, in denen ähnlich dem österreichischen System bestimmte befugte Personen bzw. Unternehmen mit der wiederkehrenden Überprüfung beauftragt sind, die Schadensfälle deutlich geringer sind. "Das in Österreich gesetzlich geregelte System der Kehr- und Überprüfungsfristen trägt al-so maßgeblich zu mehr Sicherheit bei", erläutert Mayer. Aus einer Statistik der Brandverhütungsstelle für Österreich sowie aus Beobachtungen der Rauchfangkehrer geht hervor, dass in den letzten Jahrzehnten die Rauchfangbrände und die Brände aus Wärmegeräten - früher Hauptgründe für den Ausbruch von Feuer - zurückgegangen sind. "Dafür sind aber andere Gefahren, Schäden bzw. Belastungen im Steigen begriffen", weiß Bundesinnungsmeister Mayer.
 
Ansteigend sind unter anderem
•Abgasgefahren
•Bauschäden an Rauchfängen und Feuerstätten durch Kondenswasser und Säurebildung
•Treibhausgase (vor allem Kohlendioxid)
•Trinkwasserbelastungen aus Gas-Brennwertfeuerstätten durch Kondenswasser, das in den Boden geleitet wird, und
•Nachbarschaftsbelastungen durch Rauch und Staub aufgrund unsachgemäßer Bedienung

All diese Gefahren und Belastungen werden durch die regelmäßigen Überprüfungen sowie durch die fachliche Beratung durch den Rauchfangkehrer reduziert.
 
Rauchfangkehrer ist objektiver Berater in Sachen Energie.
Darüber hinaus ist der Rauchfangkehrer auch ein objektiver Berater in Sachen Energieverbrauch, Energiekosten und Energieeffizienz.
"Es ist eine unbestrittene Tatsache, dass in Österreich nach wie vor zu viel Geld beim Heizen und bei der Warmwasserbereitung ,verfeuert’wird. Mit einem effi-zienten Energieeinsatz ist es nicht unbedingt zum Besten bestellt", so Mayer.
Viele Haushalte könnten mit geringem Mitteleinsatz und wenigen Maßnahmen ihren Energieverbrauch mit den positiven Effekten der geringeren Kosten und einem niedrigeren Abgasausstoß relativ leicht senken. Eine objektive und kostenlose Beratung über mögliche Einsparpotenziale und über geeignete Maßnahmen zur Verbrauchssenkung bietet der Rauchfangkehrer an. "Durch die Energie- und Heizberatung, die wir im Rahmen der Feu-erstättenüberprüfung kostenlos durchführen können, erfährt der Kunde, wie viel Energie, Kosten und Treibhausgasemissionen er einsparen könnte", so Mayer.

 
Bewusstsein in der Bevölkerung schärfenLeider ist die Tatsache, dass der Rauchfangkehrer Beratung in Energiefragen anbietet noch viel zu wenig bekannt. Daher hat die Landesinnung auf der heurigen Energiesparmesse Anfang März eine Offensive gestartet, mit der die Beratungsleistung des Rauchfangkehrers einer breiten Öffentlichkeit näher gebracht werden soll. "Viele Kunden wissen einfach nicht, dass ihr Rauchfangkehrer schon seit einigen Jahren eine objektive Energieberatung anbietet. Wir wollen das Bewusstsein dafür schärfen", betont Mayer
.

Rudolf Traxler, Vorsitzender des Klimaausschusses der Landesinnung:Energieberatung der Rauchfangkehrer - mit wenigen Maßnahmen relativ große Effekte
"So mancher Haus- oder Wohnungseigentümer nimmt sich jedes Frühjahr, wenn er die Abrechnungen der letzten Heizperiode genauer betrachtet, vor, endlich etwas gegen die hohen Kosten zu unternehmen", weiß Alt-Landes- innungsmeister Rudolf Traxler, Vorsitzender des Klimaaus-schusses in der Landesinnung der Rauchfangkehrer. "Dass er aber mit wenigen und leicht umsetzbaren Maßnahmen eine relativ hohe Effizienzsteigerung und damit deutliche Kosten- und Treibhausgasreduktionen erreichen kann, ist ihm kaum bewusst", so Traxler weiter. Beratungen über mögliche Maßnahmen im Rahmen seiner regelmäßigen Kehrgänge bietet der Rauchfangkehrer.

Einige Zahlen und Entwicklungen verdeutlichen die Notwendigkeit für effizienzsteigernder Maßnahmen beim Energieeinsatz:
•Experten gehen davon aus, dass der Energieverbrauch in den nächsten 15 Jahren halbiert werden könnte, sofern alle Einsparpotenziale genutzt werden. Laut Energieverwertungsagentur und Mikrozensus der Statistik Austria lag der Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser in Öster-reich im Jahr 2000 bei 205 kWh pro Quadratmeter und Jahr (in Oberösterreich bei 206 kWh). Ideal wäre ein Energie-verbrauch von 100 kWh pro Quadratmeter und Jahr.
•Alleine beim Einstellen der Heizungen ist viel erreichbar:10 Prozent der Heizungen sind derzeit zu gut eingestellt - es kommt durch Kondenswasser und Säurebildung zu Bauschäden und dadurch zur Beinträchtigung der Betriebssicherheit. 40 Prozent sind optimal eingestellt.18 Prozent der Heizungen wären verbesserungswürdig.32 Prozent der Heizungen entsprechen nicht den Anforderungen.
•Rund 50 Prozent der Heizanlagen sind älter als 15 Jahre.
 
"Unter der relativ realistischen Annahme, dass sich in den nächsten zehn Jahren die Energiekosten empfindlich erhöhen werden wie beispielsweise durch Ressourcenverknappung, neue Steuern und Abgaben, sind ein effizienterer Energieeinsatz und die Nutzung der Sparpotenziale notwendige Ziele", so Traxler.
 
Energieberatung der Rauchfangkehrer: Ideal-Verbrauch wird erhoben
Der Rauchfangkehrer erhebt im Rahmen der Heiz- und Energieberatung zunächst den Ist-Verbrauch. Dazu muss der Haus- oder Wohnungsinhaber in einem Standardfor-mular verschiedene Daten zur Feuerungs- und Heizanlage, zum Gebäudebestand und zum Nutzungsverhalten angeben. Anschließend wird der Ideal-Verbrauch ermittelt und mit dem Ist-Verbrauch verglichen. Je nach Abweichung empfiehlt der Rauchfangkehrer dann Maßnahmenpakete.
•Ist der Ist-Verbrauch bis zu 30 Prozent höher als der Ideal-Verbrauch, empfiehlt der Energieberater lediglich Maßnahmen, die nichts kosten und rasch und problemlos umsetzbar sind. Beispiele dafür sind etwa unbenützte Räume nicht heizen, Raumtemperaturen vernünftig einstellen, Heizungsanlage richtig einstellen oder Warmwasseraufbereitung nur auf bestimmte Zeiten einstellen.
•Ist der Ist-Verbrauch um 30 bis 50 Prozent höher als der Ideal-Verbrauch, empfiehlt der Energieberater zusätzliche Maßnahmen, die geringe Kosten verursachen und relativ problemlos umsetzbar sind. Beispiele sind die Überprüfung und Messung der Feuerstätte durch den Rauchfangkehrer und die Behebung von Unzulänglichkei-ten durch Installateur, Brennerdienst, Rauchfangkehrer oder eine Sanierungsfirma oder die Isolierung von Kellerdecken und Dachböden.
•Ist der Ist-Verbrauch um über 50 Prozent höher als der Ideal-Verbrauch, empfiehlt der Energieberater Maßnahmen, die mit höheren Kosten verbunden sind, aber für die es großteils Landesförderungen gibt. Beispiele sind die Isolierung und Erneuerung der Außenwände, die Erneuerung der Fenster oder die Sanierung, Erneuerung oder Adaptierung der Heizanlage (z.B. das Heizkesseltausch-Programm des Landes).

Diese Impulsberatung wird vom Rauchfangkehrer im Zuge der Feuerstättenüberprüfung kostenlos angeboten. Anschließende eingehende Energieberatungen, die mit einem Zeitaufwand von mehr als zwei Stunden verbunden sind, werden je nach Zeitaufwand verrechnet.
 
Energieberatung rechnet sich für Kunden und Umwelt
"Die Heiz- und Energieberatung der Rauchfangkehrer macht deutlich, wie die Heizanlage funktioniert, ob eine Wartung erforderlich ist, zeigt vorhandene Sparpotenziale auf, hilft Kosten zu senken und hat zudem den Effekt, dass die Treibhausgase deutlich reduziert werden können", hebt Traxler die Vorteile hervor. Insgesamt rechnet sich die Energieberatung sowohl für den Kunden als auch für die Umwelt.
 
Reduktion der Treibhausgase
Die Reduktion der Treibhausgase sind für die Landesinnung der Rauchfangkehrer ein wichtiges Anliegen. So entstehen bei der Erzeugung von 10 kWh ca. 3,7 kg Treibhausgase. "Diese Werte zeigen, dass durch eine deutlich höhere Effizienz beim Energieeinsatz der Ausstoß der Treibhausgase wesentlich verringert werden kann. Wenige Maßnahmen können eine verhältnismäßig große Wirkung erzielen", so Traxler. So bringt alleine die Senkung der Raumtemperatur von 25 auf 22 Grad eine 20-prozentige Reduktion der Treibhausgase.Damit könnte ein wichtiger Beitrag zur Erreichung des en-gagierten österreichischen Kyoto-Zieles erreicht werden. Österreich hat sich nämlich das Ziel gesetzt, bis 2010 die Treibhausgase um 13 Prozent zu reduzieren.