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Tödliche Gefahr durch Dohlennester

Wenn die Rabenvögel mit Zweigen und Ästen den Schornstein verstopfen, drohen den Menschen Vergiftungen. Abgase der Heizungsanlage können nicht abziehen, Kohlenmonoxid breitet sich im Haus aus. Schornsteinfegermeister Werner Schlatt rät dringend zu Schutzgittern.

VON CAROLA KORFF

BOCHOLT "In diesem Jahr ist es extrem", sagt Bezirksschornsteinfegermeister Werner Schlatt. Schon acht Mal habe er ausrücken müssen, um Dohlennester aus Schornsteinen zu entfernen - dabei hat die Nistsaison gerade erst begonnen. „Mit den Dingern ist nicht zu spaßen'', sagt Schlagt. Erst am vergangenen Wochenende wären in Steinfurt zwei Mädchen beinahe gestorben, weil ein Dohlennest den Schornstein verstopfte.

Die beiden Kinder waren in der Badewanne bewusstlos geworden, weil die Abgase der im Badezimmer angebrachten Gastherme nicht abziehen konnten. Gerade noch rechtzeitig wurden sie entdeckt. "Wenn ein Nest im Schornstein ist, bildet sich ein Abgasrückstau", erläutert der Bocholter Schornsteinfeger. Tödliches Kohlenmonoxid breitet sich in dem Raum aus, in denn die Heizungsanlage steht. Meist ist das der Keller, in Mehrfamilienhäusern aber oft auch das Badezimmer, in neueren Einfamilienhäusern das Dachgeschoss.

„Vor allein, wenn die Zentralheizung im Bad steht, muss man aufpassen', so Schlatt. Beim Duschen könne sich in dem geschlossenen Raum der restliche Sauerstoff schnell aufbrauchen und das Kohlenmonoxid seine tödliche Wirkung entfalten.

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SchornsteinfegermeisterWerner Schlagt zeigt Gitter, mit denen sich Dohlen vorn Nestbau abhalten lassen.

 

In Rhede habe es vor einigen Jahren einen solchen Todesfall gegeben, erinnert sich Schlatt. Damals brach ein Mädchen unter der Dusche tot zusammen. Der Grund: Ein Dohlennest hatte den Schornstein verstopft.

Wer glaubt, ein Nest im Schornstein zu haben, solle unbedingt den zuständigen Bezirksschornstein-fegermeister rufen, rät Schlatt. Beschlagene Fenster oder rätselhafte Kopfschmerzen könnten erste Anzeichen sein. Auch wenn Vögel gesichtet werden, die mit Nistmaterial im Schornstein abtauchen, ist das ein Alarmzeichen. „Die Tiere machen ganz schön Krach", sagt Schlagt. Ein Rumpeln und Klopfen im Schornstein könne also ebenfalls für Dohlen sprechen.

Schlatt hat ein Spezialwerkzeug um die Nester zu entfernen. „Das sind Stangen, die ineinander gesteckt werden", so der Fachmann. „Am oberen Ende ist eine Art Dreizack, am unteren eine Kurbel." So kann Schlatt das Nest herausziehen.

Die Dohlen werfen ihre Zweige tief in den Schornstein", so Schlatt. Dort verkanten sie sich. Auf eine Schicht von 30 Zentimetern Zweige folgt weiches Nistmaterial. „Da ist oft was aus der Reiberei von Borgers dabei", sagt der Schornsteinfegermeister, dessen Bezirk sich von der Victoriastraße bis Hemden erstreckt.

Wer von den Dohlen verschont bleiben will, lässt am besten ein Dohlenschutzgitter montieren. Die gebe es in verschiedenen Ausführungen.

INFO

Schornsteinfeger

Wer ein Dohlennest im Schornstein hat, sollte sich schnellst­möglich an seinen Bezirksschorn­steinfegermeister wenden. Neun Kollegen sind für das Stadtgebiet von Bocholt zuständig. Unter „ www.schornsteinfeger-kreis-borken.de " ist im Internet für jede Straße der zuständige Bezirksschornsteinfeger abrufbar.

Quelle: Bocholter-Borkener Volksblatt

 

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