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Brennstoff Heizöl EL                

                  (Alle Angaben ohne Gewähr)

Heizöl ist ein fossiler Brennstoff, d.h. er ist in Millionen von Jahren durch Sedimentablagerungen organischer Substanzen unter Luftabschluß und hohem Druck entstanden. Die Bundesrepublik Deutschland ist auf Ölimporte angewiesen. Der größte Anteil dieser Importe stammt übrigens nicht, wie häufig angenommen, aus Saudi-Arabien, sondern aus der Nordsee und Rußland.
Nachfolgend finden Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zum Heizöl:

Was versteht man unter leichtem Heizöl?
Warum ist Heizöl rot?
Welche Anforderungen werden an Heizöl gestellt?
Sollte man dem Heizöl Additive beimischen lassen?
Gibt es bereits schwefelfreies Heizöl?
Heizöl auf Pflanzenlbasis
Kann Öl altern?
Heizwert, Brennwert
Flammpunkt
Pour Point Cloud Point
CFPP

 Was versteht man unter "leichtem Heizöl?"

Heizöl EL (extra leicht) ist ein extra leichtflüssiger und aschefreier (es enthält keine unbrennbaren Bestandteile) Brennstoff. Heizöl wir aus Erdöl (Rohöl) gewonnen und besteht hauptsächlich aus Kohlenwasserstoffen. Es ist eng mit Dieselkraftstoffen verwandt (sichtbarer Unterschied ist die rote Farbe). Der Heizwert von Heizöl EL beträgt 10,08 kWh/Liter (Vergleich Erdgas: 10,6 kWh/m³).
Heizöl EL setzt sich aus ca. 86,5% Kohlenwasserstoffen, 13,3 % Wasserstoff und max. 0,2 % Schwefel zusammen. Mit einem
Flammpunkt von 55°C kann Heizöl sicher gelagert und für die Verbrennung aufbereitet werden. Da Heizöl ein reines Destillat aus der Rohölverarbeitung ist, sind keine Beimischungen (wie z.B. Altöl o.ä.) enthalten.

 Warum ist Heizöl rot?

Heizöl ist im Gegensatz zu Dieselkraftstoff steuerbegünstigt. Die Rotfärbung des Heizöls ermöglicht Zollfahndern und Polizei, Steuersündern auf die Schliche zu kommen. Selbst geringe Reste von "billigem" Heizöl in Dieseltanks lassen sich durch einen Schnelltest nachweisen. Wer erwischt wird, muss mit einer empfindlichen Strafe, Nachzahlungen und einer Anzeige wegen Steuerhinterziehung rechnen.

 Welche Anforderungen werden an Heizöl gestellt?

Die Qualitätsanforderungen für Heizöl El sind in der DIN 51603-01 festgeschrieben. Hier ist unter anderem die Dichte (max. 860 g/Liter), der Heizwert, der
Schwefelgehalt sowie der Wassergehalt (max. 0,17 g/Liter) festgelegt. Damit Heizöl auch bei niedrigen Temperaturen genutzt werden kann, fügen die Mineralölraffinerien dem Heizöl Zusätze bei (Fliessverbesserer). Sie bewirken, dass die einzelnen Paraffinkristalle in ihrem Wachstum begrenzt werden.

In der DIN 4755 Teil 2 (Sicherheitstechnische Anforderungen an Heizöl-Versorgungsanlagen) wird gefordert, dass sowohl die Lagerung als auch die Verlegung der Leitungen zum Brenner frostsicher sein müssen. Dies sicherzustellen ist die Aufgabe des Installateurs.

 

 Sollte man dem Heizöl Additive beimischen lassen?

Alle Heizölhändler bieten sogenannte "Additive" an, die während des Betankens dem Heizöl beigemischt werden. Die Additive sollen die Verbrennung verbessern, indem sie für weniger Ruß sorgen und damit die zusätzlichen Kosten wieder hereinholen (Kessel bleibt länger sauber bei höherem Wirkungsgrad).
Tatsächlich haben diese Additive eine positive Wirkung auf die Verbrennung. Insbesondere bei älteren Brennern, die sich nur mühsam über die zulässige Rußzahl quälen, können sie helfen. Moderne Brenner benötigen eigentlich keine Verbrennungsverbesserer. Es gibt auch Systeme (z.B. einige sogenannte "Blaubrenner"), die mit diesen Ölzusätzen Probleme bekommen können (Flammenüberwachung wird blockiert, Brenner geht auf Störung). Trotzdem: Bei alten Heizungen überwiegt die positive Wirkung dieser Additive.
Unser Tipp:Verwechseln Sie Verbrennungsverbesserer nicht mit Fließverbesserern
(Frostschutz). Füllen Sie keine wässrigen Korrosionsschutzmittel in den Tank. Heizöl ist nicht korrosiv!

 Gibt es bereits schwefelfreies Heizöl?

Ja und nein. In der Schweiz wird schwefelfreies Heizöl bereits angeboten. Der Mehrpreis beträgt ca. 4 Cent/Liter. Bei uns beträgt der Schwefelanteil etwa 0,16 % ( ca. 2 kg ) pro Tonne.
Der Schwefel verbrennt zu SO² (Schwefeldioxid) und belastet damit die Umwelt. Die Schwefelemission von Heizöl ist ein wichtiges Argument der Gasversorger gegen Heizöl, da Erdgas als schwefelfrei gilt.
Es ist dringend an der Zeit, grundsätzlich schwefelarmes Heizöl herzustellen. In einigen Regionen Deutschlands bieten Heizöllieferanten gegen Aufpreis bereits schwefelfreies Heizöl ( < 50 ppm Schwefelanteil) an. Künftig wird der Gesetzgeber den Schwefelanteil im Heizöl schrittweise bis auf ein Minimum reduzieren. Eine Norm für
"Heizöl EL" gibt es schon heute: DIN 51603-1. Sie wurde im März 1998 zuletzt an die technischen Gegebenheiten und Entwicklungen der Heizungstechnik angepasst.

 Heizöl auf Pflanzenölbasis

In jüngster Zeit wird der Einsatz von flüssigen Bio-Brennstoffen verstärkt propagiert. Ausgangsstoffe sind i.d.R. Sonnenblumen- und Rapsöle.
Im Gegensatz zu den Anforderungen an Heizöl EL (DIN 51603-1) unterliegen Biobrennstoffe bis heute keinerlei normativen Vorgaben.
Für flüssige veresterte Öle ( FAME - Fatty Acid Methyl Ester) werden zurzeit auf europäischer Ebene Produktanforderungen und Prüfmethoden erarbeitet. Vor Ende 2002 ist nicht mit einer Fertigstellung des Normungsvorhabens zu rechnen.Wegen noch nicht geklärter Fragen hinsichtlich Langzeitstabilität und geeigneter Werkstoffe mechanischer Bauteile (z.B. Ölpumpen, Düsen) kann der Einsatz von Biobrennstoffen hinsichtlich Gewährleistung und Betriebssicherheit aus heutiger Sicht noch nicht empfohlen werden.

 Kann Öl altern?

Heizöl ist ein Naturprodukt und unterliegt wie jedes andere Naturprodukt einer natürlichen Alterung, in deren Folge es eine dunklere Farbe annimmt. Weiterhin bilden sich geringe Mengen ölunlöslicher Anteile, die sich in aller Regel zusammen mit Sedimenten und Kondenswasser am Tankboden absetzen.
Die Entstehung von Alterungsprodukten im Heizöl wird durch mehrere Faktoren beschleunigt:

Wärme - Sorgen Sie für niedrige Temperaturen im Aufstellraum des Tanks (bei Aufstellung im Heizraum durch Dämmung der Rohrleitungen und des Heizkessels).
Licht - Besonders bei Batterietanks aus Kunststoff sollte man Fensteröffnungen abdunkeln.
Sauerstoffzutritt - freien Fall des Öls aus dem Rücklauf in den Tank vermeiden (fragen Sie Ihren Heizungsbauer).
Rost in Stahltanks - Falls Sie Ihren Stahltank beschichten lassen möchten, nehmen Sie keine Teilbeschichtungen vor.
Kondensation von Schwitzwasser - optimal sind gleichmäßige Temperaturverhältnisse im Tankraum über das ganze Jahr.
Katalytische Wirkung von Buntmetallen (Kupfer als Ölleitungsmaterial sowie entsprechende Werkstoffe im Ölvorwärmer) - Bei extrem langen Leitungswegen auf Stahl- oder Aluminiumleitungen ausweichen.
Elektrolyt-Additive - aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung haben sich Elekrolytlösungen als Bestandteil von Anodenschutzsystemen sowie wässrige Korrosionsschutzmittel als alterungsfördernd erwiesen (nicht zu verwechseln mit
verbrennungsverbessernden Additiven).

 Heizwert, Brennwert

Der Heizwert (Hu) bezeichnet den massebezogenen Energiegehalt eines Brennstoffes, also die Wärmemenge, die bei vollständiger Verbrennung freigesetzt wird.
Der Heizwert gibt im Gegensatz zum Brennwert (oberer Heizwert) die in herkömmlichen Kesseln tatsächlich nutzbare Wärmemenge an (10,08 kWh/Liter), die Kondensationswärme des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes bleibt unberücksichtigt. Der Brennwert (Ho) ist bei Heizöl EL etwa 6 % höher als der Heizwert, er beträgt 10,68kWh/Liter
.

 Flammpunkt

Unter Flammpunkt versteht man die niedrigste Temperatur, bei der sich das über einer brennbaren Flüssigkeit stehende Gas/Luftgemisch bei Annäherung einer Flamme entzündet. Der Flammpunkt von Heizöl EL liegt bei über 55° C.
Im Klartext: Öl brennt eigentlich gar nicht. Erst der Öldampf (entsteht ab 55° C) oder Ölnebel (bei Zerstäuberbrennern) ist zündfähig. Deshalb ist die Lagerung von Heizöl EL auch nicht brandgefährlich. Brandschutzbestimmungen gelten für den umgekehrten Fall (wenn das Haus brennt, muss die Öllagerstätte geschützt werden, siehe
Öllagerung).
Trotzdem sollte man niemals mit Lötlampen oder ähnlichen "Hausmittelchen" eingefrorene Öleitungen auftauen. Erhitzter Öldampf kann in den Tank zurückschlagen und dort verpuffen (das überlebt kein Tank!).

 Pour Point

Der Pour Point beschreibt die Temperatur, bei der das Öl nach vorangegangener Abkühlungsgerade noch fliessfähig ist (nach DIN mind. -9° C oder tiefer). Der Pour Point berücksichtigt aber nicht den Ölfilter oder den Vorfilter in der Ölpumpe, der bei derart niedrigen Temperaturen den "neuralgischen Punkt" jeder Ölheizungsanlage darstellt.

 Cloud Point

Der Cloud Poin beschreibt die höchste Temperatur, bei der sich bei Abkühlung die ersten Paraffine aus dem Öl ausscheiden. Ausfalldaten: 2° bis 5° C (Sommeröl) und 0° bis 4° C (Winteröl). Je langkettiger die im Öl enthaltenen sogenannten "n-Paraffine" sind und je größer deren Anteil ist, desto höher liegt der Cloud Point und die Viskosität (Fliessfähigkeit).
Die Eintrübung von Heizöl EL durch Paraffine bei niedrigen Temperaturen hat zunächst keine unmittelbare Auswirkung auf seine Anwendbarkeit. Entscheidend ist vielmehr der Grenzwert der Filtrierbarkeit (CFPP).
 

CFPP

Der "Cold Filter Plugging Point" beschreibt die Temperatur, bei der die aus dem Öl ausfallenden Paraffinkristalle wegen ihrer Größe oder Menge einen Prüffilter mit einer Maschenweite von 0,045 mm unter definierten Bedingungen nicht mehr passieren können (Ausfalldaten: -7° bis -10° C im Sommer, -11° bis -16° C im Winter).
Bei Heizöl ohne spezielle Additive (Fliess- bzw. Filtrierbarkeitsverbesserer) sind Cloud Point und CfPP nahezu identisch.
 

 

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