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Wo das Rohöl für Deutschland herkommt

Wie jedes Jahr nutzen die  Mineralölgesellschaften die Hauptreisezeit, um die Benzinpreise zu erhöhen. Auf die Ölscheichs können sie sich aber nicht herausreden, selbst wenn die ihr Öl wieder verteuern sollten: Nicht mal 30 % der deutschen  Rohölimporte kommen aus den OPEC-Ländern. Wir hängen in erster Linie am  Tropf der GUS-Staaten mit Russland, gefolgt von Europa mit Norwegen und  Großbritannien.
Wußten Sie eigentlich, dass in Deutschland auch Öl gefördert wird? Über 3 Millionen Tonnen Erdöl wurde aus eigenen Quellen gefördert (ca. 3 % unseres Jahresbedarfs), davon alleine 1,3 Mio. Tonnen  in Schleswig-Holstein (Ölfelder Mittelplate und Dieksand). Das meiste deutsche Erdöl gelangt in die Raffinerie Lingen im Emsland, es folgen die  Raffinerien Heide und Brunsbüttel.

Land

Import in 1000 Tonnen

Importanteil

Amerika

1881

2  %

Naher  Osten

13534

13 %

Afrika

21296

21 %

Europa

32643

31 %

GUS-Staaten

34201

33 %

Die Förderung und der Transport von Rohöl läuft nicht immer reibungslos ab. Besonders spektakuläre Unfälle, wie das Sinken der weltgrößten Bohrinsel "P-36" vor der brasilianischen Küste, erinnern uns an die Grenzen des technisch Machbaren.
Die P-36 wog über 30000 Tonnen und förderte pro  Tag etwa 10000 Tonnen Rohöl. Nach weniger als einem Betriebsjahr sank sie  im März 2001 vor der brasilianischen Küste, nachdem mehrere Explosionen  die Insel schwer beschädigt hatten.
Auch der Supertanker "Exxon Valdez"  ging mit negativen Schlagzeilen in die Geschichte der Ölunfälle ein. Vor mehr als 10 Jahren schädigte er das Ökösystem in Teilen Alaskas für  mehrere Generationen.
Die Natur in den GUS-Staaten, unserem größten  Rohöllieferanten, leidet ebenfalls stark unter der Ölförderung, bedingt durch marode Pipelines und großflächig verseuchten Arealen rund um die  Bohrtürme.
Dass es auch anders geht, zeigte die jahrelange unfallfreie  Ölförderung direkt vor unserer Haustür in der Geltinger Bucht (Ölplattform  Schwedeneck).
Würden Sie 3 Cent/Liter mehr bezahlen, um zweckgebunden  mehr Sicherheit in den Öltransport bzw. in die Ölförderung zu bringen? Auf  dem Weltmarkt herrschen andere Gesetze, es bleibt meist bei Appellen oder,  wenn überhaupt, nationalen Alleingängen einzelner Industriestaaten.

Ölkatastrophen machen uns betroffen. Wir wissen, dass unser Wohlstand, Kleidung, Autos und andere Verbrauchsgüter vom Ölimport abhängen. Hauptsache es passiert nicht vor unserer Haustür (Kaderinne!), aber die Betroffenheit nimmt ja bekanntlich im Quadrat zur  Entfernung des Unglücks ab.

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