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Geschichtliches

Schornsteine sind aus der Geschichte des Hausbaus nicht  wegzudenken. Unsere Vorfahren hatten in ihren Blockhäusern und Fachwerkbauten keinen Schornstein. Noch um 1500 waren auf den Dörfern viele Häuser ohne Schornstein. Der Rauch wurde durch Löcher in den Dächern  abgeleitet. In den Städten hatte man im Mittelalter oft Schornsteine aus Holz.
Wahrscheinlich sind die ersten gemauerten Schornsteine in  Schmieden aufgekommen, da bei ihnen aufgrund der heißen Glut ein hölzerner Schornstein in Brand aufgegangen wäre.

Das offene Feuer war in der einfachen Bauernhütte, im  Bürgerhaus sowie in Wohnhallen von Burgen und Schlössern über viele  Jahrhunderte die einzige Wärmequelle. Das Feuer brannte mitten auf dem Boden. Die auf z.T. kunstvoll ausgeführten bronzenen oder eisernen  Feuerböcken liegenden Holzscheite flammten offen zu ebener Erde. Einen eigentlichen Schornstein gab es damals noch nicht - der Rauch zog durch  Löcher zum Dach hinaus. Ein Sprichwort aus dem 11. Jahrhundert kennzeichnet die unliebsame Beigabe dieser Technik und nennt die drei  schlimmsten Schäden eines Hauses: "Undichtes Dach, böse Frau und Hausrauch".

Aber auch gemauerte Schornsteine können eine Gefahr für das  Gebäude werden: die Rußschicht, die sich im Laufe der Zeit an den  Wandungen ablagert, ist brennbar. Wenn nicht regelmäßig gereinigt wird,  kann ein Schornsteinbrand (Fachausdruck: Rußbrand) entstehen, der mehrere  Stunden andauern kann. Folge: Die Schornsteinwandungen werden extrem heiß  und es bilden sich Dehnungsrisse. Angrenzende Bauteile aus Holz oder andere brennbare Materialien können sich entzünden. Weitere Gefahr: Da  sich Ruß beim Verbrennen um das 8-fache seines Volumens ausdehnt, "wächst"  der Schornstein im Verlaufe eine Brandes zu. Die Folge: Es kommt zu Rauch-  und Funkenaustritt an vorhandenen Öffnungen (Ofenanschlüssen) und an den o.g. Dehnungsrissen. Der Schornstein kann sogar regelrecht auseinandergedrückt werden.
Nachdem unsere Vorfahren die Gefahren  erkannt hatten, wurde die hölzerne Bauweise verboten (Dresden 1450) und die regelmäßige Kehrung der Schornsteine veranlaßt ( im Jahr 1580 stellte  der Kurfürst von Sachsen einen "Feuermauerkehrer" ein).

Die damaligen Schornsteine waren weit genug, um dem  Schornsteinfeger das Besteigen zu ermöglichen (ca. 45 x 45 cm). Es gab  auch kleinere Querschnitte, und da es damals an geeigneter Technik  mangelte, wurden sogar Kinder durch enge Schornsteinzüge geschickt. Eine Kommission, die im Jahre 1788 im Auftrag der englischen Regierung Kinderarbeit untersuchen sollte, stellte fest, dass "vierjährige Kinder durch Schornsteine unglaublicher Enge" geschickt wurden. Manchmal wurden  Kinder von armen Eltern zu solchen Zwecken geradezu vermietet.

Diese Zeiten sind heute zum Glück vorbei. Im Laufe der Zeit  entwickelte sich der Schornsteinfeger zum Sachverständigen für  Feuerungsanlagen. Er weiß, welche Abstände zu brennbaren Bauteilen eingehalten werden müssen, welcher Schornsteinquerschnitt für die Funktion  einer Feuerstätte geeignet ist und wie die Feuerungsanlage emissionsarm betrieben werden kann.



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